Weitere 1,9 Millionen Euro für praxisnahe Berufsorientierung in Baden-Württemberg im Rahmen des Programms "ProBeruf".
STUTTGART. Die praxisnahe Berufsorientierung für Jugendliche in Baden-Württemberg wird fortgeführt. Das Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus stellt für das Programm „ProBeruf“ in den Jahren 2027 und 2028 rund 1,9 Millionen Euro zur Verfügung. Rund 7.300 Schülerinnen und Schüler an 192 Schulen können dadurch Ausbildungsberufe praktisch kennenlernen und ihre eigenen Stärken und Interessen entdecken.
Jens Metzger, Sprecher für Ausbildung und berufliche Weiterbildung der Grünen-Landtagsfraktion, begrüßt die Fortführung: „Eine gute Berufsorientierung darf nicht nur auf dem Papier stattfinden. Junge Menschen müssen Berufe ausprobieren und erleben können. Nur so können sie herausfinden, was ihnen liegt und welcher Weg zu ihnen passt. Genau deshalb ist der Praxisbezug von ProBeruf so wichtig.“
Für Metzger geht es dabei auch um die Gleichwertigkeit unterschiedlicher Bildungswege: „Nach meinem Studium habe ich eine Ausbildung zum Schreiner gemacht. Dabei habe ich erlebt, welchen Wert eine berufliche Ausbildung hat – fachlich, aber auch persönlich. Es ist eine besondere Erfahrung, mit den eigenen Händen etwas zu schaffen und Verantwortung für die eigene Arbeit zu übernehmen. Berufliche und akademische Bildung sind für mich deshalb keine Gegensätze.“
Bei „ProBeruf“ können Schülerinnen und Schüler bis zu drei Berufsfelder auswählen und diese bis zu zehn Tage lang praktisch erproben. Dabei werden auch Entwicklungen wie Digitalisierung und Klimawandel sowie entsprechende Zukunftskompetenzen berücksichtigt. Anschließend werden die Erfahrungen gemeinsam ausgewertet und weitere Schritte der Berufsorientierung besprochen.
Wie wichtig ein früher und guter Übergang von der Schule in den Beruf ist, zeigen auch die Zahlen: In Baden-Württemberg haben 17,7 Prozent der 20- bis 34-Jährigen keinen formalen Berufsabschluss. „Wenn mehr als jeder sechste junge Erwachsene ohne Berufsabschluss bleibt, müssen wir früh ansetzen. Gute Berufsorientierung zeigt jungen Menschen, welche Möglichkeiten sie haben und wo ihre Stärken liegen. Projekte wie „ProBeruf“ können dabei einen wichtigen Beitrag leisten. Davon profitieren die Jugendlichen genauso wie unsere Betriebe, die dringend gut ausgebildete Fachkräfte brauchen“, so Metzger.